Kreisverband Hochtaunus

BUND-Tipp: Der Garten im Klimawandel – mit den richtigen Pflanzen Wasser sparen

29. Juni 2022 | BUND, Flüsse & Gewässer, Klimawandel, Landwirtschaft, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Schmetterlinge, Suffizienz

Viele Pflanzen haben unter der Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer gelitten. Mit der richtigen Bepflanzung wird Ihr Garten klimafest und benötigt weniger Wasser. Das schont Umwelt und Geldbeutel. Wasserknappheit wird als Folge der Klimaerhitzung weiter stark zunehmen.

Sinnvolle Anordnung der Pflanzen und Verwendung von Mulchmaterial helfen, Wasser zu sparen.  (Foto: Nentwig)

Dieser BUND-Tipp verrät Ihnen, welche Blütenpflanzen und Gehölze für den Garten im Klimawandel geeignet sind und mit wenig Wasser auskommen.

Stauden für trockene Böden

Einige Stauden-Arten sind sehr gut an Trockenheit angepasst und daher ein Muss für den klimafesten Garten. Vor allem bei Insekten sind Stauden sehr beliebt und fördern die biologische Vielfalt.

Zu den Trockenkünstlern zählen unter anderem Kräuter wie Lavendel (Lavendula angustifolia), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Katzenminze (Nepeta cataria) oder Steppensalbei (Salvia nemorosa). Neben Rosmarin hat auch die Blauraute (Perovskia atriplicifolia) einen gewissen Raumanspruch, denn beide wachsen als Halbstrauch buschig rund einen Meter hoch und ebenso breit.

Die Große Fetthenne (Sedum telephium) speichert als Dickblattgewächs Wasser in ihren fleischigen Blättern und kann so heiße und trockene Phasen unbeschadet überstehen. Einige Sedum-Arten blühen bis zum Herbst und sind eine wichtige Nahrungsquelle für die letzten noch aktiven Insekten.

Im Frühling ist vor allem der Zierlauch (Allium spec.) mit seinen großen, runden und violetten Blütendolden ein Hingucker im Blumenbeet. Wie alle Zwiebelgewächse sind auch die Blüten des Zierlauchs von Insekten gern besucht und ertragen Trockenheit gut.

Heimische Stauden wie Berg-Aster (Aster amellus), Gelbe Scabiose (Scabiosa ochroleuca), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), der Gewöhnliche Dost (Origanum vulgare), der Große Ehrenpreis (Veronica teucrium), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Schafgarbe (Achillea millefolium) oder Gewöhnliche Straußmargeriten (Tanacetum corymbosum) halten allesamt Hitze gut aus und benötigen trockene Böden, um zu wachsen.

Für tolle Farbakzente im Beet sorgen die trockenheitsresistente Kartäuser-Nelke (Dianthuscarthusianorum) mit ihren purpurnen Blüten oder ihre Verwandte, die Heide-Nelke (Dianthus deltoides).

Für Steingärten oder Dachbepflanzungen geeignet sind beispielsweise der Frühblühende Thymian (Thymus praecox), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), Tripmadam (Sedum rupestre oder Sedum reflexum) oder die Weißblühende Fetthenne (Sedumalbum).

Heimische Stauden sind nicht-heimischen Arten natürlich vorzuziehen, da sie die heimische Artenvielfalt fördern und an hiesige Standorte angepasst sind. Eine Liste mit weiteren heimischen Stauden finden Sie bei Tausende Gärten – Tausende Arten.

Gehölze für den klimafesten Garten

Der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) und der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata) sind die in Europa heimischen Weißdorn-Arten. Vorteil dieser Rosengewächse für den Garten im Klimawandel: Weißdorn halten Hitze und Trockenheit sehr gut aus. Für die Tierwelt ist das Gehölz ebenfalls wertvoll: Die nektarreichen Blüten des Weißdorns dienen Insekten im Frühjahr als Nahrung und die roten Beeren Vögeln als Winternahrung, beispielsweise der Wacholderdrossel. In Form geschnitten können sie als Hecke gepflanzt werden.

Feuerdorn-Arten (Pyracantha spec.) sind keine heimischen Arten, aber als Hecke ebenfalls sehr beliebt, weil sie als immergrüne Gehölze ganzjährig Sichtschutz bieten. Die Sträucher ertragen trockene Böden gut. Aufgrund des dichten Wuchses wird Feuerdorn von Vögeln als Nistplatz gern angenommen. Die gelben bis orangen Beeren dienen ihnen bis in den Winter als Futterquelle und sind schöner Fruchtschmuck im kahlen Wintergarten.

Hintergrund

Vielerorts in Hessen sind abgesunkene Grundwasserspiegel, Wassernotstände oder absterbende Wälder als Folge der Trinkwassergewinnung bereits seit vielen Jahren die Konsequenz des Wasserverbrauchs. Da weniger Niederschläge zu verzeichnen sind, die die Grundwasservorkommen auffüllen und durch größere Hitze mehr Wasser aus dem Boden verdunstet, werden Wasserknappheit und Wassernotstände in ganz Deutschland in den nächsten Jahren die Folge sein. In Gärten bleiben die Regentonnen daher länger leer, was Gartenbesitzerinnen und -besitzer zum Wässern mit kostbarem Trinkwasser zwingt. Trockenheitsresistente Pflanzen können hier entgegenwirken, damit die Trinkwasservorkommen für das verwendet werden, wofür sie primär gedacht sind: zum Trinken!

 

Weitere BUND-Tipps finden Sie unter www.bund-hessen.de/tipps.

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