Einladung! 4. Dezember 19 Uhr Foyer der Stadthalle Oberursel

Einladung zur Podiumsdiskussion am 4.12.2025
Einladungstext

6.10.2025 Kastanienfest ein voller Erfolg

Umweltverbände und Bürgerinitiativen gegen Durchstich Nassauerstraße

etwa 500 Besucher beim Kastanienfest

Kastanienfest in der Nassauerstraße,

gemeinsames Fest der Bürgerinitiativen und der Umweltverbände ein voller Erfolg

Nächste Veranstaltung: Podiumsdiskussion am Donnerstag, 4. Dezember

Bericht mit Bildern

 

Erstmalig luden die Bürgerinitiativen rund um die Adenauerallee  in Oberursel zum Kastanienfest in die Nassauerstraße ein.

Unter den hohen Kastanien, die vom Durchstich der Nassauerstraße Richtung Weingärten bedroht sind, feierten im Laufe des Nachmittags des 27. September etwa 500 Menschen die alten Kastanien und informierten sich beim BUND Ortsverband Oberursel / Steinbach über die Argumente, die gegen den Neubau einer mehrspurigen Straße an diesem Begegnungsort sprechen.

Der BUND Ortsverband hatte gemeinsam mit den Bürgerinitiativen rund um den Bahnhof und Lindenstraße, Aumühlenstraße und engagierten Bürger*innen Oberursels sowie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Pavillons aufgestellt und stark vergrößerte Originalkarten aus den Unterlagen des Bebauungsplans Durchstich Nassauerstraße aufgehängt. Bei Getränken und Kuchen wurden Argumente erörtert und alle Fragen beantwortet. Beim Glücksrad-Ratespiel konnten die eigenen Kenntnisse zum Bebauungsplan Nr 271 – Durchstich Nassauerstraße mit viel Spaß überprüft werden. Das Wassermodell verdeutlichte, warum Bäume im Siedlungsbereich und im Wald so wirkungsvoll gegen Hochwasser sind und warum weitere Versiegelung die Probleme einer Stadt verschärfen.

Um zu verdeutlichen, wie gravierend der Eingriff für Mensch und Natur an dieser Stelle sein wird, hissten die Organisatoren ein 9 Meter langes rotes Banner an einer Kastanie.

9 Meter tief ist die geplante Ausschachtung, um die Straße auf das Niveau des bestehenden Schienenverlaufs abzusenken.

Ein weiteres Maß, das die Besucher erstaunte: 7 Meter hoch müsste eine Lärmschutzwand sein, um den Lärm abzuschirmen, der von KFZ-Verkehr ohne Geschwindigkeitsbeschränkung stammt. 4 Meter müsste die Lärmschutzwand, die sich über mehr als 120 Meter erstreckt, hoch sein, um Verkehrslärm um die 30 km/h abzuschirmen.

Die Anwesenden besuchten die zwei Führungen unter der Leitung der Biologin Dr. Claudia von Eisenhart Rothe an die Bachaue des Mühlgrabens an der bereits vor Jahren abgerissenen Brennersmühle. Sie verdeutlichte den Besucher*innen, wie gravierend der Einschnitt und die Zerschneidungswirkung diese Straße für Oberursel sein werden. Noch vollkommen unklar sei, wo die Baustelleneinrichtung sein werde. Sie befürchte Gefahr für die Aue und den sehr alten Kastanien dort.

Der Verlust der gesamten Kastanienbäume und des sich anschließenden Grüngürtels als Pufferzone zur Bahnlinie und zur angrenzenden Maximalbebauung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, so die Biologin.

Für die Bürgerinitiative betonte Susanna Eiermann, wie sehr die Anwohner*innen befürchten, dass die Menschen in Oberursel nicht verstehen, dass dieses Großprojekt sehr viele Menschen betreffen wird:

„Überall gibt es Programme für „unsere Stadt soll schöner werden“ und wir in Oberursel machen hier „unsere Stadt soll hässlicher werden““

„Wenn Besucher*innen aus dem Bahnhof kommen, werden sie von einer mehrspurigen Straße und keinem Grün mehr empfangen. Der Autoverkehr – 18.000 Autos pro Tag  werden hier vorhergesagt- wird die Stadt in zwei Teile teilen.“

Der Bereich Richtung Friedhof wird nicht mehr fußläufig ebenerdig erreichbar sein.

Der ADFC hatte auf seiner Klimatour im Rahmen der Klimatage einen Halt am Kastanienfest eingelegt und bekam einen Kurzvortrag an der Originalkarte der geplanten Trasse.

Ulrike Heitzer-Priem, Vorsitzende des ADFC,  wies darauf hin, dass die Radwegeführung vollkommen unklar ist –„ wollen wir unsere Kinder entlang der Lärmschutzwand beengt zur Schule von Stierstadt zum GO schicken? Dieser Radweg ist einer der am stärksten frequentierte.“

Die Koalition aus CDU, SPD und OBG hat erst kürzlich gemeinsam dafür gestimmt, diese anachronistischen Pläne erneut aus der Schublade zu ziehen und die Planung dieser Straße weiter zu verfolgen. Bislang sind 250.000€ in den städtischen Haushalt dafür vorgesehen, um die nächsten Planungskosten zu zahlen. Die Baukosten werden auf etwa 24-28 Millionen Euro geschätzt (Stand 10.2025)

Der BUND, die SDW und die Bürgerinitiativen stemmen sich dagegen und setzen auf Aufklärung und faktenbasierter Argumentation. Die bisherigen Gutachten sprechen eine deutliche Sprache: die Maßnahme wird nicht empfohlen.

An alle Unterstützer*innen gerichtet erging die Bitte die Petition gegen den Bebauungsplan 274 Nassauerstraße bei change.org weiter zu bewerben.

Das Interesse am Erhalt der Kastanienallee in der Nassauerstraße ist sehr groß: Besucher aus Kronberg, die häufig einen Flohmarkt-Stand unter diesen Kastanien betreiben, waren genauso anwesend, wie Anwohner der Oberhöchstadterstraße, die nach Studium der Unterlagen gesehen haben, dass der Verlust der Allee eine mögliche leichte Verkehrs-Entlastung an der Oberhöchstadterstraße bei weitem überwiegt .

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten, so von Eisenhart Rothe: Eine drei- vierspurige Straße wird sehr viel Verkehr in die angrenzenden Straßen ziehen, da dadurch eine direkte Verbindung zwischen Bad Homburg und Oberhöchstadt entsteht. Dadurch wird auch nach einer gewissen Zeit in der Oberhöchstadterstraße Verkehr angezogen werden.

„Diese Zerschneidung der Stadt wird dem Handel in der Innenstadt noch mehr Schaden zufügen: Nun können Menschen einfach an Oberursel vorbeifahren und zwischen den beiden  attraktiven Städten Kronberg und Bad Homburg pendeln“, so ein Besucher des Kastanienfestes.

Immer wieder wurde die Frage gestellt:

„Wer profitiert denn nun wirklich von dem Bau dieser Straße?“

Dies konnte niemand beantworten, „weil alle verlieren“, so die einhellige Meinung auf dem Kastanienfest.

Die Umweltverbände fordern nun, in der Kastanienallee Kastanienbäume nachzupflanzen und am Ende der Allee den beliebten Kinderspielplatz wieder einzurichten. Viele der Anwesenden kannten den beliebten Spielplatz unter dem Schatten der Bäume. „Hier haben meine Kinder Fahrradfahren gelernt“ erzählte eine Besucherin. Eine andere: „Warum verstehen die Menschen nicht, warum dieser Bereich hier so wertvoll ist?“

Die Organisatoren laden zur Podiumsdiskussion am Donnerstag, den 4. Dezember in das Café Windrose ein. Um 19:30 Uhr werden sich unter dem Titel: „Farbe bekennen: Braucht Oberursel den Durchstich Nassauer Straße?“ Vertreter*innen der Kommunalpolitik, die im März 2026 zur Wahl stehen, den Fragen der Bürgerinitiativen stellen und miteinander diskutieren.

Link zum Film von Graham Tappenden

 

 

Plakat an einer der von Rodung bedrohten Kastanien in der Allee der Nassauerstraße
Besuch der Aue an der ehemaligen Brennersmühle (Mühlengraben) - von den Bauarbeiten und der Baustelleneinrichtung bedroht
Besucher vor den Zelten der SDW
Das rote Banner veranschaulicht die Höhen der geplanten Lärmschutzwände (4 oder 7 m) oder die Ausschachtung (9m)
Links Claudia von Eisenhart (BUND) , rechts Susanna Eiermann (Bürgerinitiative) erläutern an der Originalkarte aus den Planungsunterlagen die Details

NEU!! Einladung zum Kastanienfest am Samstag, den 27.9.2025 15-18 Uhr

Hier finden Sie alle Originalunterlagen zum Durchstich Nassauer Straße in Oberursel:

Vorgang VL-9/2025 - SD.NET RIM 4

Wir verlieren alle Kastanien!

18.000 Autos sollen dort in Zukunft fahren, wo Kinder unter Kastanien spielen.

Alle anliegenden Kreuzungen müssen umgebaut werden.

Wo heute unversiegelte Flächen betoniert werden, wächst bei den Unterliegern die Gefahr von Hochwasser!

Deswegen betrifft dieses Bauvorhaben ganz Oberursel!

Wir engagieren uns gegen eine Verkehrspolitik aus den 1970er Jahren!

Lage und Höhe der Schallschutzmauer ohne Geschwindigkeitsbegrenzung findet sich hier...

Der Vortrag von Claudia von Eisenhart Rothe zum Bauvorhaben findet sich hier....

Unterstützen Sie bitte die Bürgerinitiativen und die Umweltverbände!

Kommen Sie am Samstag, den 27.9.2025 von 15 Uhr in die Nassauerstraße Kreuzung Adenaueral

 

18.000 zusätzliche Fahrzeuge: Nassauer Straße wird zur Stadtautobahn

Flohmarktstandort Kastanienallee Nassauerstraße in Gefahr

Der BUND und die „Initiative Nassauer Straße“ laden zur Infoveranstaltung am 2. April ein

 

Mit der Verlängerung der Nassauer Straße an die sogenannte Weingärtenumgehung plant die derzeitige Regierungskoalition im Rathaus Oberursel (CDU, SPD und OBG) die unvorstellbare Neubelastung wesentlicher Straßen der Oberurseler Innenstadt mit zusätzlichen bis zu 18.000 Fahrzeugen. Gleichzeitig soll mit dem Bauvorhaben der Grüngürtel zwischen dem unteren Maasgrundtal (Rushmoorpark) und der historischen Adenauerallee unwiederbringlich zerstört werden.

 

Hierfür wird die bei vielen Oberurselern so beliebte viele hundert Jahre alte Kastanienallee, in der seit Jahrzehnten der Flohmarkt stattfindet, ersatzlos gerodet. Der Kinderspielraum wird vernichtet und der Rad- und Schulweg hunderter Kinder und Erwachsener zwischen Oberursel und Stierstadt mit einem bis zu dreieinhalb Metern tiefen autobahnähnlichen Straßengraben zerschnitten.

Auf Höhe der Adenauerallee soll laut Planunterlagen die neue Straße vier Fahrspuren breit werden. Eine der wenigen Abkühlungsinseln, die über Kaltluftschneisen Frischluft in die Innenstadt bringt, wird unter Beton und Asphalt und einer mehrere Meter hohen Schallschutzwand verschwinden.

So das Resultat der Akteneinsicht nach Durchsicht der Planungsunterlagen für den B-Plan 271 „Verlängerung Nassauer Straße“, die der BUND in den letzten Tagen vornahm.

Der BUND Oberursel / Steinbach lädt daher gemeinsam mit der „Initiative Nassauer Straße“ alle interessierten Bürger, aber vor allem die betroffenen Anwohner der Nassauer Straße, der Lindenstraße und Parallelstraßen, der Straße „An den Drei Hasen“, der Feldbergstraße, der Adenauerallee und der Liebfrauenstraße, Radfahrende, die von Stierstadt in die Innenstadt pendeln sowie Flohmarktbesucher, zu einem Informationsabend am 2. April um 19:30 Uhr im Raum Stierstadt in der Stadthalle Oberursel ein. Bis zum 14. April besteht für die Bürger die Möglichkeit, Einwendungen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens bei der Stadtverwaltung einzureichen. An dem Abend werden Fragen zu den  Stellungnahmen der Bürger beantwortet.

 

Direktlink zu den öffentlichen Planunterlagen: Neuer Link!

Vorgang VL-9/2025 - SD.NET RIM 4